Was machen die da eigentlich? Genau das wollten wir kurz vor den Osterferien mit dem EF-Chemie-Grundkurs (ergänzt durch einige Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10!) herausfinden!
Erstes Ergebnis: dort werden Bagger gebaut, genauer gesagt: nicht irgendwelche Bagger, sondern die größten Bagger der Welt. Auf dem Bild stehen einige von uns zum Beispiel gerade in der Baggerschaufel des zweitkleinsten dort gefertigten Baggers!

Zweites Ergebnis: selbst der kleinste dort gefertigte Bagger ist zu groß, als dass es irgendwo in Deutschland dafür einen Einsatzort gäbe. Komatsu ist also ein Unternehmen, welches 100% exportiert!
Drittes Ergebnis: der größte dort gefertigte Bagger wiegt 900 Tonnen, das ist soviel wie eine riesige Elefantenherde mit 400 Elefanten wiegt oder aber 600 Autos…
Wofür benötigt man diese Riesendinger eigentlich? In der Einführung erklärte Herr Bistram (Personalabteilung Komatsu), dass die Geräte weltweit in den großen Minen für Kupfer, Eisen, Gold, Diamanten, seltene Erden, Kohle, etc. eingesetzt werden. Hauptkunden sind Länder wie Australien, Brasilien, Chile. Die größte Kupfermine der Welt in Chile ist beispielsweise 2x2km groß und inzwischen über 1000m tief und wurde durch diese Bagger „ausgebuddelt“. Den größten Teil von Hochdahl könnte man in dieser offenen Mine locker für immer verschwinden lassen…
Und wie kommen die Geräte dorthin, wenn sie doch in Deutschland nirgendwo fahren können? Sie werden in Einzelteilen auf 40 Tieflader verpackt, zum Rhein gebracht und dann zum Zielort verschifft. Und selbst auf diesen Tiefladern sind einzelne Teile noch so groß, dass normale Straßen bis zum Rhein nicht ausreichen. Deswegen sehen wir aus unseren Schulbussen immer kurz vor Ankunft an der Schule diese unnatürlich tiefe Eisenbahnunterführung! Hätten wir also auch das mal geklärt…
Nach der Einführung, zu der Herr Bistram auch einige Azubis eingeladen hatte, die von sich und ihrer Arbeit bei Komatsu berichteten, durften wir in 4 Kleingruppen das gesamte Werk besichtigen und bekamen so hautnah mit, was es heißt, Bauteile für diese Kolosse herzustellen.
Zum Abschluss erfuhren wir noch, dass Komatsu neben der klassischen Ausbildung in verschiedensten Bereichen ebenfalls dual ausbildet, so dass wir auch noch die Vor- und Nachteile duales Studium / normales Studium diskutierten und Herr Bistram sogar anbot, jederzeit persönliche Gespräche zum Thema Berufsausbildung durchzuführen (Kontaktaufnahme über Carsten Wiemann)!
Es war toll, hinter die Kulissen eines dieser „Hidden Champions“ schauen zu können und zu erfahren, dass dieses Unternehmen seit Jahrzehnten durch den weltweit wachsenden Bedarf an Rohstoffen stetig wächst und mit Themen wie Rezession, Personalabbau etc. wenig zu tun hat.

Zum Abschluss noch ein paar weitere fun-facts…
- Was ist die Höchstgeschwindigkeit so eines Baggers, wenn er am Zielort zusammengebaut wurde?
Antwort: sagenhafte 3-4 km/h… Dafür vibriert aber der Boden, wenn er sich bewegt… - Wie viele der in den letzten 50 Jahren gebauten Bagger sind noch im harten Minen-Einsatz?
Antwort: über 75% der Geräte sind noch im vollen Einsatz – das ist Qualität, oder? (vergleicht das mal mit der Haltbarkeit eines Autos!) - Die Baggerschaufeln haben ja unten einige „Zähne“, mit denen sie das Gestein lockern. Frage 1: wie schwer ist so ein „Zahn“? Und Frage 2: wie lange hält er im harten Gestein einer Diamant-Mine?
Antwort: sie bestehen aus einer Tonne Stahl und müssen ca. alle 24h ausgewechselt werden (was ein prima Ersatzteil-Geschäft!).
Herzlichen Dank an Carsten Wiemann für diesen spannenden Einblick!








