- Aufgaben und Ziele des Unterrichtes
- Spracherwerb
- Lehr- und Lernprozesse
- Außerunterrichtliche Fördermaßnahmen
- Bundeswettbewerb Fremdsprachen
- Medien und Fachausstattung
- Das Latinum
- Acht gute Gründe, das Latinum zu erwerben
- Schulinterne Lehrpläne für das Fach Latein am Gymnasium Hochdahl
I. Aufgaben und Ziele des Lateinunterrichts
gemäß den Richtlinien des Kernlehrplans Lateinisch der Sekundarstufe I ab Klasse 5 an Gymnasium und Gesamtschule vom 24.06.08 bzw. 01.08.2008.
Das Wesen und die Bedeutung des Fremdsprachenunterrichtes liegen darin, dass er eine Welt erschließt, die außerhalb des eigensprachlichen Horizontes der SchülerInnen liegt. Als zweite bzw. dritte Fremdsprache hat das Lateinische eine erweiternde und vertiefende Funktion im Zusammenhang mit den vorausgehenden modernen Fremdsprachen und reiht sich in die vielfältigen Möglichkeiten sprachlichen Lernens ein. Die Kenntnis der lateinischen Sprache ermöglicht die Erweiterung der muttersprachlichen Erfahrungen und der fremdsprachlichen Kompetenz.
Als überschaubares System stellt das Lateinische ein Sprachmodell dar, das sich in besonderer Weise für sprachreflektierendes Arbeiten anbietet (KLP S.11-12). Da die Welt, die den lateinischen Texten und nichtsprachlichen Zeugnissen zugrunde liegt, weit in der Vergangenheit liegt, werden Spracherwerb, Texterschließung, Übersetzung und Interpretation vom Prinzip der historischen Kommunikation getragen (KLP, S. 11). Entgegen der aktiven Beherrschung einer modernen Fremdsprache in Wort und Schrift erfährt der Schüler auf der Ebene des sprachlichen Lernens eine Ergänzung durch die zentrale Stellung, die im Lateinischen dem Übersetzen zugewiesen ist, wobei der Texterschließung eine primäre Rolle zukommt. Die Texterschließung orientiert sich an den Grundsätzen des ständigen Bezugs zum Inhalt und der Hinführung zur Interpretation (KLP, S. 12). Dieses setzt sichere Kenntnis in Lexik, Morphologie und Syntax der lateinischen Sprache, ebenso Wissen aus den Bereichen der römischen Geschichte und Kultur voraus (KLP, S. 12). Die fachlich-pädagogische Zielsetzung des Unterrichtes der Klassen 6 – 9 bezieht sich auf der Grundlage der Texterschließung, der Übersetzung und der Interpretation, besonders auf den
II. Spracherwerb und Sprachreflexion: (Vgl. KLP, S.12f.)
- Entwicklung der Fähigkeit, sprachliche Phänomene zu beschreiben und zu vergleichen; Bewusstmachung sprachlicher Kontinuität;
- Ausbau muttersprachlicher Artikulationsfähigkeit; Ausbildung spezieller und allgemeiner Übersetzungsfähigkeit; Erweiterung und Festigung der Interpretationsfähigkeit;
- Hilfe beim Erlernen der aus dem Lateinischen abgeleiteten Lexik; Erweiterung und Festigung der Interpretationsfähigkeit;
- Vermittlung römischer Geschichte und Kultur;
- Wahrnehmung der kulturellen Kontinuität innerhalb der europäischen Tradition (KLP, S.13).
- Nutzung einer Basissprache, um ein Mehrsprachigkeitsprofil auszubilden;
- Durch die Vermittlung der Sach- und Methodenkompetenz in kognitiv anspruchvollen Aufgaben wird auf das wissenschaftspropädeutische Arbeiten in der gymnasialen Oberstufe hingearbeitet (KLP, S. 13).
III. Lehr- und Lernprozesse
Bei einer Fremdsprache ist das Lernen von Bedeutungen in Zusammenhängen und ein Erkennen von Gesetzmäßigkeiten vorrangig. Dies erfordert die Bewusstheit des Lernvorganges und das Verstehen sprachlicher Äußerungen. Diesen Forderungen kommt der Lateinunterricht durch das Übersetzen, aber auch durch vergleichendes Lernen nach; denn der Umgang mit Texten fordert ständig zum Vergleichen auf.
Das vergleichende Lernen und die Bemühung um Vertiefung des Sprachbewusstseins sollen jedoch nicht zur Anhäufung der Stofffülle führen. Die Schülerinnen und Schüler sollen die sprachlichen Phänomene als solche lernen, nicht theoretisches Wissen über sie.
Ein wesentlicher Unterschied zu den modernen Fremdsprachen ist im Lateinunterricht die Zweisprachigkeit, der auch die Anwendung des zweisprachigen Lexikons gerecht wird.
- Die Wortschatzarbeit ist dabei von grundlegender Bedeutung, da sie das Hauptziel, den Umgang mit dem lateinischen Text, aktiviert. Sie vermittelt gleichzeitig einen Einblick in die römische Welt und das Spezifische der lateinischen Sprache.
- Das Lexikon erfordert in seiner Anwendung eine Fähigkeit, die, um es sinnvoll zu nutzen, mit Beginn der Lektürephase entwickelt sein muss. Es muss ausdrücklich deutlich werden, dass das Nachschlagen hier nicht nur vor, sondern besonders während der Texterschließung geschehen soll. Um während der Lektürephase zu einem sinnvollen und effektiven Gebrauch des Lexikons zu kommen, muss der Umgang mit diesem im oben beschriebenen Sinne schon ein Jahr zuvor eingeübt werden, ohne dass es bei den Arbeiten benutzt wird, was erst in den Latinumskursen der Fall sein soll.
- Zu jeder Form zielgerichteten Lernens gehört das Üben. Effektiv durchgeführt stellt dies isoliert gelernte Einzelphänomene für größere Zusammenhänge bereit. Im Lateinunterricht sind solche Übungen mit isoliertem Material notwendige vorbereitende Grundlagen für die Textarbeit. Mögliche Übungsformen sind:
- Traditionelle Übungstypen: Formenbestimmung Wortbildungen Transformationen Satzgliedbestimmung u.v.a.m.
- Kontrastive Übungen, z. B. Vergleichen & Verstehen
- Der Lückentext
- Übungen kreativer Art: z.B.: Bausteinprinzip
- Lernhilfen: z. B. Vokabellernen
- Übungen zur Rekonstruktion von Texten
- Zu den Übungen zählen ebenso die Hausaufgaben, deren Notwendigkeit auch im Lateinunterricht nicht zu bestreiten ist. Die Anforderungen in den Hausaufgaben bereiten auch Lernerfolgsüberprüfungen vor. Was in den Klassenarbeiten überprüft wird, muss zusammen mit dem Unterricht in den Hausaufgaben eingeübt und gefestigt werden.
IV. Außerunterrichtliche Fördermaßnahmen
- Museumsbesuche: Römisch-Germanisches Museum in Köln
- Exkursionen: nach Xanten (Archäologischer Park Xanten: APX); zur Saalburg nach Trier -> alle Exkursionen sind fakultativ !!
- Wanderwoche in der Eifel
- Fahrt der Klassen 8 bzw. 9 nach England – LK-Beschluss erfolgt noch!
V. Besondere Leistungen
Bundeswettbewerb Fremdsprachen Vivit Latinitas vivat!
Seit dem Jahre 1990 nehmen Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 -10 des Gymnasiums am Bundeswettbewerb Fremdsprachen Sek.I teil, der im Einzelwettbewerb und als Gruppenwettbewerb in NRW für die Klassen 7 – 10 auch für das Fach Latein durchgeführt wird.
1993 nahm Caroline Wolfers, eine Schülerin von Herrn Becker-Lavanoux, am Einzelwettbewerb teil und errang auch einen guten Platz. Im Januar 1996 hat Niklas Behr (Kl. l0b) am Bundeswettbewerb Fremdsprachen Latein teilgenommen und auf Anhieb einen Landessieg (2. Platz) errungen. Die Preisverleihung fand am 17. Juni 1996 im Rahmen eines großen Latein-Festes in Gütersloh statt, wohin Herr Schams als sein Fachlehrer Niklas begleitet hat.
Drei Schülerinnen der Klasse 10b hatten sich nach reiflicher Überlegung im Oktober 1999 zur Teilnahme entschlossen und ihre Anmeldung abgegeben. Nun hieß es für Britta Höwel, Alexandra Jeuck und Christina Lassak, sich verstärkt auf diesen Tag vorzubereiten, da die Konkurrenz der Mitbewerber und Mitbewerberinnen sehr groß sein würde. Alexandra konnte dort den dritten Preis in Form guter und wertvoller Literatur im Rahmen eines sehr schönen Lateinfestes zusammen mit Christina Lassak und Britta Höwel entgegennehmen.
Für das Jahr 2001 hatten sich – nun zum vierten Mal – wieder Schüler zur Teilnahme am Bundeswettbewerb Latein entschlossen: Judith Hönings und Wolfgang Peternell, beide aus der Klasse 10a. Die Meldung zum Wettbewerb erfolgte schon Anfang Oktober des Jahres 2000. Unter der Obhut ihres Lateinlehrers L.Becker-Lavanoux übten beide drei Monate und bereiteten sich intensiv auf die Prüfung für den Einzelwettbewerb vor. Belohnt wurden Wolfgang und Judith mit dem 1. bzw. 2. Preis, der ihnen am 29. Mai 2001 im Görresgymnasium im Rahmen einer Feier überreicht wurde.
Für das Jahr 2002 entschloss sich Henrik Blaßies aus der Klasse 10c zur Teilnahme am Bundeswettbewerb: Sein Lateinlehrer L.Becker-Lavanoux bereitete ihn in drei Monate konsequent auf die Prüfung für den Einzelwettbewerb vor. Sein ausgezeichnetes Wissen belohnte Henrik mit dem 2. Preis. Im Rahmen einer Feier wurden ihm ein Scheck in Höhe von 100,- – € und eine wertvolle römische Münze überreicht.
Auch Sonja Josch, Kl. 10a, errang 2004 im Bundeswettbewerb Fremdsprachen, im Fach Latein, einen dritten Platz im Einzelwettbewerb. Am 29. Juni 2004 konnte sie ihren Preis in Paderborn im Theodorianum im Rahmen der feierlichen Übergabe in Begleitung von Herrn Schams entgegennehmen.
Das Jahr 2005 sah Johannes Walter und Nhan-Tam Nguyen, Schüler der Klasse 10b, als Teilnehmer des Fremdsprachenwettbewerbes. Sie erhielten jeder eine Urkunde über ihre Teilnahme an diesem Wettbewerb.
Am 19. Januar 2006 stellten sich Bianca Przybycin (Kl. 10b) und Laura Müller (Jgst. 11) in der Klausur im Einzelwettbewerb den Anforderungen im Sprachenwettbewerb für das Fach Latein. In Anerkennung ihrer guten Leistungen erhielten sie eine Urkunde.
Im Jahre 2008 nahmen Julia Borack (Kl. 10a), Anna Goldblat (Kl. 10b) & Romina Meyer (Kl. 10a), vorbereitet von ihrem Lateinlehrer Herrn Becker-Lavanoux am Wettbewerb teil. Ihr Fazit lautete: „Veni, vidi, vici – gewonnen haben wir nicht, ein Gewinn war’s trotzdem!“ Nach Abschluss des Wettbewerbs wurden sie vom Schulleiter empfangen. Als Dank und Anerkennung der Schule erhielten sie ein kleines Buchgeschenk. Für ihre Teilnahme am Wettbewerb im Januar 2009 bereiteten sich Dorothea Faber, Eike Goebel, Jasmin Hoinka, Nicole Nguyen, Helena Peters aus der Klasse 10b & Tayfun Özen (10a) unter der Anleitung von Herrn Becker-Lavanoux vor.
Die Vorbereitung der Teilnehmer erfolgte in einer einstündigen AG, die von Herrn Becker- Lavanoux geleitet wurde. Die Vorbereitung setzten jeweils zu Beginn des 2. Halbjahres der Klasse 8 ein nach dem Ende der vorherigen Wettbewerbsrunde Ende Januar. Zur Teilnahme am Wettbewerb im Januar 2010 bereiteten sich Yuxin Wang (10b), Kaya Perdek, Lidia Danilow, Clemens Peters, Christine Langhorst (alle 9a), Tanja Steves und Laura Micus aus der Klasse 9b) intensiv in der von Herrn Becker-Lavanoux geleiteten Latein-AG vor Auch für die Wettbewerbsteilnahme im Jahre 2011 im Januar werden schon Schülerinnen und Schüler in der Latein-AG vorbereitet.
VI. Medien und Fachausstattung
Das Fach Lateinisch verfügt über eine gut ausgestattete Fachsammlung, die in der Sek. I und der Sek. II genutzt wird. Die Fachsammlung enthält Folien, Poster, Tondokumente und Filme. In der Präsenzbibliothek kann entsprechende Literatur benutzt werden.
VII. Das Latinum
Das Latinum wird gemäß der „Fremdsprachenregelung in der neuen gymnasialen Oberstufe“ im Erlass der Bezirksregierung Düsseldorf vom 07. April 2008 erworben
- ohne Prüfung nach aufsteigendem Lateinunterricht von Klasse 6 bis zum Ende der Lektürephase Klasse 10 mit ausreichenden Leistungen;
- ohne Prüfung nach Lateinunterricht von Klasse 8 bis zum Abitur;
- mit Prüfung nach durchgängig vierstündigem Lateinunterricht in der gymnasialen Oberstufe bis zum Abitur.
Nur ein „Kleines Latinum“, bzw. ein „Nachweis der Lateinkenntnisse“ wird erworben
- wenn im aufsteigenden Pflichtunterricht ab Klasse 6 (G8) am Ende des 9. Schuljahres eine mindestens ausreichende Leistung nachgewiesen und nicht mehr der Abschluss in der Klasse 10 (G8) angestrebt wird.
Eine neuere Erlasslage der Bezirksregierung liegt (noch) nicht vor.
Verstärkt werden an den deutschen Universitäten als Voraussetzung für zahlreiche geisteswissenschaftliche Studienfächer – dazu gehören auch die Fremdsprachen – Lateinkenntnisse gefordert. Ohne den Nachweis des „Kleinen Latinums“ oder des „Latinums“ wird man später nicht in diesen Fächern zur Prüfung zugelassen. Je nach Universität wird das Latinum als Voraussetzung der Aufnahme in die Seminare gefordert. Zu zahlreichen Promotionen ist das Latinum zudem zwingend vorgeschrieben.
IIX. Acht gute Gründe, das Latinum zu erwerben
- Latein – vertieft die Einsicht in die Muttersprache Deutsch und führt zum Verständnis von Sprache überhaupt
- Latein – fördert die muttersprachliche Kompetenz
- Latein – hilft Sprachbarrieren zu überwinden und bietet Chancengleichheit
- Latein – fordert wissenschaftliche Arbeitsweise und übt sie ein
- Latein – ist eine gute Voraussetzung für andere europäische Fremdsprachen und für manches Hochschulstudium erforderlich
- Latein – stärkt die geistige Selbstständigkeit und verhindert die Gefahr der Manipulation
- Latein – erweitert die Weltsicht der Schülerin und des Schülers
- Latein – lehrt Geschichte zu begreifen


