„Edelweißpirat“ zu Gast in Hochdahl
SCHULE / Adolf Burger und Jean Jülich berichteten Gymnasiasten von ihren Erfahrungen in Konzentrations- und Vernichtungslagern.
ERKRATH. Die Acht- und Zehntklässler sowie ein Oberstufenkurs des Gymnasiums Hochdahl lauschten jetzt in der Schulaula den beeindruckenden Berichten zweier Opfer des Nationalsozialismus. Was die Pennäler bislang nur aus ihren Geschichtsbüchern kannten, wurde in den Erzählungen der beiden Senioren erschreckend lebendig.
So berichtete der heute 87-jährige Adolf Burger von seiner Internierung im Vernichtungslager Auschwitz. Dort war er nicht nur Zeuge der sadistischen Experimente des berüchtigten NS-Arztes Josef Mengele. Burger wusste auch von der Fälscherwerkstatt im thüringischen Konzentrationslager Sachsenhausen zu berichten, in der die Nationalsozialisten Pfund-Noten und US-Dollar in Milliardenhöhe fälschten, um die deutsche Kriegskasse aufzubessern und die Wirtschaft in Groß-Britannien und den Vereinigten Staaten zu schwächen.
Der zweite Zeitzeuge, den Schulleiter Dieter Smolka begrüßen konnte, war Jean Jülich. Er war Mitglied der „Edelweißpiraten, einem Zusammenschluss junger Menschen, der sich als Protestbewegung zur Hitlerjugend verstand, und erlebte als 15-Jähriger Verhöre und Folter durch die Geheime Staatspolizei und die SS. Außerdem berichtete er den Schülern von den Misshandlungen und dem Terror im Konzentrationslager Buchenwald.
Neue Rhein-Zeitung vom 25. Mai 2004




