Ungarn – Daten und Fakten
Geographisches
Das heutige Ungarn ist ein kleiner Staat im Inneren Mittel – Osteuropas mit einer Gesamtfläche von 93.030 Quadratkilometern (1% des gesamten Kontinents).
Nachbarstaaten sind (im Uhrzeigersinn von Westen) Österreich, die Slowakei, die Ukraine, Rumänien, Serbien/Jugoslawien, Kroatien und Slowenien. Der Balaton ist der größte See Mitteleuropas.
Das Land durchfließen zwei Ströme: die Donau und die Tisza (Theiß). In Transdanubien westlich der Donau ist die Landschaft mitteleuropäisch geprägt, in der Großen Tiefebene (Alföld) im Osten geht sie in steppenartiges Flachland über.
Der höchste Punkt des Landes ist Kekesleto (1014 m ü.d.M.) im Matra-Gebirge, das sich an der slowakischen Grenze entlangzieht.
Klima
In Ungarn herrscht kontinentales Klima mit atlantischen und mediterranen Einflüssen. Die Temperaturen liegen etwas über denen der Nachbarländer, besonders in den nach Norden und Osten geschützten Teilen. Mit oft über 2.000 Sonnenstunden pro Jahr ist Ungarn von der Sonne verwöhnt.
Bevölkerung
Ungarn zählt knapp über 10 Millionen Einwohner. 2 Millionen leben in der Hauptstadt, 61 Prozent in anderen Städten, die aber erheblich kleiner sind als Budapest (250.000 in Debrecen). Die Geburtenrate ist niedrig, die Bevölkerung wird im Schnitt immer älter. Ethnische Minderheiten sind Zigeuner (ca.500.000), Deutsche (200.000), Slowaken (110.000) und Kroaten (80.000).
Wirtschaft
Unter kommunistischer Herrschaft waren der Privatsektor gut entwickelt und der Lebensstandart relativ hoch, die Staatsschulden jedoch riesig. Der Übergang zur Marktwirtschaft vollzieht sich ungleichmäßig, die Einkommensunterschiede steigen, aber das Land wird sicher unter den ersten osteuropäischen Ländern sein, die in die Europäische Union aufgenommen werden.
Die Donau
Die Donau (ungarisch Duna) ist der zweitlängste Fluss Europas und einer der wichtigsten Schifffahrtswege des Kontinents. Die Donau ist der einzig größere Fluss Europas der von Westen nach Osten fließt. Sie entspringt mit den Quellflüssen Breg und Bribach im Schwarzwald und mündet nach ca.2850 Kilometern an der rumänischen Küste in das schwarze Meer. Bedeutende Städte an der Donau sind u.a. Ulm, Wien, Bratislava, Budapest und Belgrad. Über dem Main-Donau-Kanal mündet die Donau in den Rhein. Für den Landschaftshaushalt, die Wirtschaft und z.T. die Kultur der Anliegerstaaten war die Donau besonders für Ungarn von entscheidender Bedeutung.
Sie ist seit dem Altertum eine wichtige Verbindung zwischen Westeuropa und dem schwarzen Meer. Im 3. Jahrhundert bildete sie die Nordgrenze des Römischen Reiches. Auch im Mittelalter dienten die an der Donau errichteten Städte als wichtige Handelszentren. Bei den Kreuzzügen stellte sie eine wichtige und bevorzugte Verbindung nach Byzanz (Konstantinopel) dar. Ende des 14. Jahrhunderts erleichterte sie den Vormarsch der Türken nach Europa. Im 19.Jahrhundert gewann die Donau nach der Zurückdrängung der Türken an Bedeutung und wurde zur wichtigsten Verbindung zwischen einigen Industriezentren in Deutschland und den Landschaftsgebieten auf dem Balkan erklärt.




