Krudy Gyula Gimnazium
Deutsch-ungarisches Schüleraustauschprogramm am Gymnasium Hochdahl
hat eine langeTradition
Schon früh eine Vorreiterrolle gespielt
Von Marianne Grätz-Busse
ERKRATH. Nyiregyháza ist eine Großstadt östlich von Budapest. Die Stadt liegt nahe der ukrainischen Grenze. 15 Schülerinnen und fünf Schüler des dortigen Krudy-Gymnasiums sind derzeit mit ihren beiden Lehrerinnen Agnes Szabo und Edit Bereczki zu Gast im Gymnasium Hochdahl. Fast zwei Tage habe es gedauert, bis der Bus mit den jungen Ungarn am Samstag in Hochdahl landete.
Die langjährige Partnerschaft mit Gegenbesuchen, woraus sich inzwischen viele persönliche Freundschaften ergaben, besteht bereits seit 1989. Damals, so Dr. Jürgen Selle, kommissarischer Leiter des Hochdahler Gymnasiums, trennte beide Länder noch der “Eiserne Vorhang”. Als “Mann der ersten Stunde” erinnerte Oberstudienrat Johann Henseler an die anfänglichen Schwierigkeiten, die es beim Realisierungsversuch zu einem Schüleraustausch mit Ungarn zu überwinden galt. Schon anfangs habe man darin eine Chance, etwas in Europa verändern zu können, gesehen, sagte Dr. Selle. Dass dann alles schneller kam, als erwartet, habe damals noch niemand für möglich gehalten. Wichtig für das Austauschprogramm der Schule “Fenster nach Osten” sei die Erweiterung der Erfahrung über westliche Kontakte hinaus.
Die ungarischen Schülerinnen und Schüler, die gestern im Namen der Stadt Erkrath von stellvertretender Bürgermeisterin Regina Wedding begrüßt wurden, sind Gäste der Leistungskurse Geschichte und Erdkunde der Jahrgangsstufe 12. Unter der Leitung der Betreuungslehrer Michael Behrens und Walter Schams werden sie bis zum 30. September ein reichhaltiges schulisches und kulturelles Programm absolvieren und am Projektunterricht teilnehmen.
Außerdem stehen Exkursionen nach Köln, Essen, Aachen und Belgien bevor, die allesamt unter dem Gedanken eines gemeinsamen Europas stehen. Doch auch auf mögliche Freizeit mit den Erkrather Schülerinnen und Schülern sowie mit den Gasteltern freuen sich die ungarischen Jugendlichen. Sprachprobleme? Nein, die gebe es nicht, bestätigten Agnes Giba und Istvan Kovacs im Gespräch mit der RP, wobei sich ergab, dass die beiden 17-jährigen ein ausgezeichnetes Deutsch sprachen: Der Übersetzung durch ihre Lehrerin bedurften sie kaum. Das Fach Deutsch sei an ihrer Schule Pflichtfach, werde jedoch sehr gerne gewählt. Er habe die ersten deutschen Worte bereits in der Grundschule gelehrt bekommen, meinte Istvan. Ost-Ungarn wird auch für die Hochdahler Zwölftklässler Ziel ihrer AbschIussfahrt sein.
Rheinische Post vom 25. 09. 2001



