Charity-Run für Partnerschule in Bolivien
24. Juni 2004 | Von oliver | Kategorie: ZeitungsartikelKilometergeld für Bolivien
520 Schüler starteten beim Charity-Run des Gymnasiums Hochdahl für die Partnerschule. Auch die Bundestagsabgeordnete Michaela Moll drehte Runden. Schulverhältnisse in den Anden verbessern.
Von Dominique Schroller
ERKRATH. Während Bürgermeister Arno Werner nur den Abzug drückte und mit dem Startschuss die Schüler des Gymnasiums Hochdahl zum Charity-Lauf auf die Strecke schickte, gab sich die CDU-Bundestagsabgeordnete Michaela Noll sportlich und startete Seite an Seite mit dem Schulleiter Dieter Smolka durch. Gemeinsam mit etwa 520 Schülern machten sie auf Schusters Rappen Kilometer, um den Sponsoren für Licht in einer Bolivianischen Turnhalle das Geld aus der Tasche zu locken.
Parteipolitische Hürden übersprang dabei die stellvertretende Bürgermeisterin Bettina Molitor (SPD). Sie schickte als Sponsorin CDU-Läuferin Michaela Noll ins Rennen. Mamas, Papas, Omas, Opas, Tanten und Nachbarn hatten bereits im Vorfeld Sponsorenverträge mit den Schülern geschlossen. Je nach Verhandlungen und sportlicher Fitness unterstützten sie die Wohltätigkeitsläufer mit Beträgen zwischen fünf Cent und 15 Euro pro gelaufener Runde. Wenn es um die Partnerschule in Collpani geht, entwickeln vor allem die jüngeren Schüler unerwartet sportlichen Ehrgeiz. Die auf 4100 Metern gelegene Andenschule bei La Paz wird seit 1986 von den Hochdahler Gymnasiasten unterstützt. Im Wahlfach „Geschichte / Politik“ können sich die Neuntklässler beispielswelse ein Jahr lang über Politik, Wirtschaft oder das Leben in Lateinamerika schlau machen. Besonders engagiert ist die Kasse 9 c, die eine sehr arme Familie in Collpani mit 15 Euro monatlich unterstützt.
„Die Leute leben dort zu acht in Hütten, die etwa so groß sind wie ein Klassenraum. Es gibt kein Klo, keine sanitären Anlagen und nur eine Küche mit Campinggas“, berichtet Walter Schumachers, der die Partnerschule bereits mehrfach besucht hat und den Charity-Lauf mitorganisiert. Von dem erlaufenen Geld soll in Bolivien ein neuer Ktassenraum gehaut werden, in der Turnhalle, die gleichzeitig als Aula füngiert, das Licht angehen und der Schulunterricht bereichert werden.
„Benötigt werden Papier und Bücher, aber auch Saatgut für den Schulgarten und wenn nötig, muss auch ein Schwein davon angeschafft werden“, weiß Walter Schumachers. Ein ausgeklügelter Transfer sorgt dafür, dass jeder Cent an der richtigen Stelle ankommt. Von der Bolivianischen Schulleiterin gezeichnete Schecks gibt sie an einen deutschen Geldhändler weiter, der sie zur WestLB nach New York schickt, von wo sie schließlich bei der Kreissparkasse Düsseldorf landen. „Dieser Weg hört sich abenteuerlich an, ist uns aber vom Attaché der deutschen Botschaft in La Paz empfohlen worden.“
Um ganz sicher zu gehen, ist auf dem Konto, von dem die bolivianische Schulleiterin abhebt, nur dann Geld, wenn wir es mit ihr abgesprochen haben”, sagt Walter Schuhmachers. Mit rund 15 000 Euro unterstützt das Gymnasium Hochdahl jährlich die Partnerschule in La Paz.
Info: Schule in Collpani In der Schule von Collpani lernen Schüler Lesen und Rechnen sowie Grundbegriffe der Landwirtschaft und des Handwerks. So sollen sie später bessere Berufschancen haben und auf kleinen Feldern das Nötigste zum Leben anbauen können. Die von einem deutschen Priester gegründete Schule vermittelt nicht nur Wissen, die Schüler essen auch dort. Für viele ist es eine Chance auf eine warme Mahlzeit.
Rheinische Post vom 24. Juni 2004
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Erkrath – Collpani: ein langer Weg
SOZIALES / Hochdahler Gymnasiasten hatten gestern ihren Charity Run 2004. Erlöse sind für die Partnerschule in Bolivien.
ERKRATH. Ja, wo laufen sie denn? Loriot lässt grüßen. Am Sportplatz Rankestraße in Erkrath stellte sich allerdings gestern eine andere Frage: Warum laufen sie? Die 514 Schüler des Gymnasiums Hochdahl drehten nicht zur eigenen Fitness ihre insgesamt 4434 Runden à 1,2 km, sondern für einen guten Zweck. Der „Charity Run 2004“ sollte für die Partnerschule Colegio Padre Luis Espinal in Collpani eine möglichst große Summe einbringen. Die bolivianische Schule ist nicht nur ein Ort, an dem unterrichtet wird. Hier erhalten Jugendliche eine Grundausbildung und Kinder etwas zu essen. Das Colegio soll bald erweitert werden, kann das aus eigener Kraft aber wohl nicht schaffen. Deswegen sprangen die Erkrather Gymnasiasten jetzt ein, suchten Sponsoren und drehten Runde um Runde. Im Schnitt, so teilte die Schule mit, habe jeder Läufer etwa zehn Kilometer zurückgelegt. Etwa 300 der Läufer waren aus den Jahrgangsstufe fünf bis sieben, mehr als 90 Prozent der Schüler dieser Klassen liefen mit. Die Schule rechnet mit einem fünfstelligen Erlös. (sovo)
Neue Rhein-Zeitung vom 24. Juni 2004




